Vier Jahre hat Schwarz-Gelb nichts für die Pflege getan – jetzt wirbt die Bundesregierung im Ausland um Pflegepersonal. Die SPD wird in Deutschland dafür sorgen, dass Pflegeberuf wieder attraktiver wird. „Es wird schnellstmöglich eine umfassende Pflegereform geben“, kündigte Peer Steinbrück am Mittwoch in der ARD-Wahlarena an.
„Wie werden Sie den Pflegeberuf wieder attraktiver machen?“, möchte der 18-jährige Dennis W. am Mittwochabend in der ARD-Wahlarena von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wissen. Es gebe immer weniger junge Menschen, die in der Pflege arbeiten wollen, so der Gymnasiast besorgt.
SPD plant Job-Offensive für über 120.000 neue Pfleger
Für Steinbrück trifft Dennis den „Nagel auf den Kopf“. Die letzte große Pflege-Reform stamme aus dem Jahr 2008, erklärt Steinbrück und warnt: „Wenn wir nichts tun, gehen wir in einen Pflegenotstand hinein.“
„Wir brauchen in den nächsten Jahren 120.000 bis 130.000 neue Pfleger, um unserer älter werdenden Gesellschaft gerecht zu werden“, fügt der Kandidat hinzu. Dafür werde es unter Rot-Grün eine bessere Bezahlung und geregelte Arbeitszeiten für das Pflege-Personal geben. Auch solle die Ausbildung kostenfrei werden, verspricht Steinbrück.
Schwarz-Gelb: Vier verlorene Jahre für die Pflege
Die schwarz-gelbe Bundesregierung von Angel Merkel (CDU) habe in den letzten vier Jahren „nichts für die Pflege getan“, betonte Kompetenzteammitglied Manuela Schwesig am Mittwoch. „Die halbgaren Bemühungen der Bundesregierung sind Fassadenmalerei kurz vor der Bundestagswahl.“
An diesem Zustand änderten auch die aktuellen Bemühungen der Bundesregierung nichts, mit Werbeveranstaltungen Pflegepersonal im Ausland zu gewinnen. Derzeit wirbt Schwarz-Gelb unter anderem in Serbien, Tunesien und auf den Philippinen um Pflegekräfte. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Nachrichtenagentur dpa in Berlin vorliegt.
SPD: Gute Pflege – für ein Altern in Würde
Mit einer Pflegereform wird die SPD die bestehenden Probleme anpacken: Dazu gehört auch eine Erweiterung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs auf Demenzkranke, so Steinbrück in der ARD-Wahlarena.
Zum anderen werde es umfassende Förderungen für altersgerechtes Wohnen geben, damit mehr Ältere so lange wie möglich auch im Pflegefall zu Hause leben können. Als drittes dringliches Problem nannte der Kanzlerkandidat die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Auch hier werde die SPD „endlich Fortschritte erzielen und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, ohne dass die Angehörigen finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.“ Angehörige wird die SPD mit einer bezahlten Pflegezeit besser unterstützen, als Schwarz-Gelb dies getan hat.
Alle diese Maßnahmen kosten Geld, so Steinbrück. Zur Finanzierung plane er deshalb eine Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge um 0,5 Punkte.