Thomas Oppermann ist Mitglied im Team Steinmeier und dort verantwortlich für die Innenpolitik. Dem derzeitigen Bundesinnenminister Schäuble bescheinigte er eine "durchwachsene" Bilanz. Dieser mache zu viel "Politik mit der Angst", kritisierte Oppermann.
Bekämpfung der Alltagskriminalität
"Ich sehe - anders als Schäuble - die Zukunft Deutschlands nicht als Polizeifestung", erklärte Oppermann im Interview mit Spiegel Online. Der derzeitige parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, will in der Sicherheitspolitik stattdessen auf die Bekämpfung der Alltagskriminalität setzen. Diese beeinträchtige viele Menschen stärker "als die Angst vor Terror", weiß Oppermann.
Freiheit bewahren
Deutschland sei bereits eines "der sichersten Länder der Welt" und zugleich ein Land, in dem ein "sehr hohes Maß an Freiheit" gelte. Das sei eine "große Qualität, die wir aufrechterhalten müssen", unterstrich Oppermann. Man dürfe nicht zulassen, "dass im Anti-Terror-Kampf die Terroristen schon ohne Anschläge die Lebensqualität hierzulande verschlechtern". Mit deutlichen Worten wandte sich Oppermann daher gegen eine "Militarisierung der Innenpolitik".
Einbürgerungen erleichtern
Als weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit nennt er die Integrationspolitik. Einbürgerungen zu erleichtern und vor allem Einwanderer "in den Institutionen des Staates" stärker mitwirken zu lassen, sind hier seine Ziele. "Deshalb will ich in einem ersten Schritt 500 Migranten in die Bundespolizei bringen", erklärte Oppermann.