Gabriel wirft Kanzlerin schwere Fehler im Krisenmanagement vor

Veröffentlicht am 02.03.2011 in Bundespolitik

Nach dem Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg sieht der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel auch die Kanzlerin beschädigt. Beim Umgang mit der Krise habe sie die moralische Orientierung verloren.

Sigmar Gabriel hat der Bundeskanzlerin Angela Merkel schwere Fehler in der Affäre um den zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorgeworfen. Sie habe in der Bewertung die moralische Orientierung verloren, erklärte der SPD-Chef am Dienstag in Idstein bei Wiesbaden. „Sie muss wissen, dass Minister nicht über dem Gesetz stehen“, sagte Gabriel mit Blick auf die Versuche Merkels in den vergangenen Tagen, den Skandal zu bagatellisieren.



Die Kanzlerin habe bei der Behandlung der Krise versagt. „Es gab noch nie jemanden als Regierungschef, der so getan hat, als ob jemand im Privatleben im Zweifel stehlen darf - denn um nichts anderes geht es bei einem Plagiat - und trotzdem Minister sein darf.“

Der Fall Guttenberg gefährde auch das politische System, warnte Gabriel. Die Menschen wendeten sich enttäuscht ab oder hingen Verschwörungstheorien nach. „Ich glaube dass der Aufstieg und Fall Guttenbergs ein Zeichen für die Krise der parlamentarischen Demokratie ist“, sagte der SPD-Chef. Man müsse sehr darüber nachdenken, warum in Deutschland der Wunsch nach Lichtgestalten so groß sei.