"Es gibt viel zu tun"

Veröffentlicht am 15.08.2009 in Bundespolitik

Harald Christ ist im Team Steinmeier für Wirtschaftspolitik verantwortlich. In Interviews mit der Welt und dem Handelsblatt warnt Christ vor einer Kreditklemme und fordert entschiedene Maßnahmen zu deren Vorbeugung. Deutliche Kritik äußert er an Wirtschaftsminister zu Guttenberg, der entsprechende Schritte "verschlafen" habe.

Kreditklemme verhindern
Da "muss Druck rein", fordert Christ im Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Insgesamt würden weniger Kredite vergeben. Eine "Pleitewelle" könnte die Folge sein. Der Beauftragte der SPD für den Mittelstand appelliert daher an die Banken, "ihrer Finanzmarktverantwortung" nachzukommen.

Niedrige Einkommen entlasten
Die Nachfrage der Konsumenten zu stärken, ist eine weitere von Christs Forderungen für den Mittelstand. Daher macht er sich für "Entlastungen im unteren Einkommenssteuerbereich" stark. Die Entbürokratisierung müsse zudem "kraftvoll angepackt" werden. Auch werde der Mittelstand von Frank-Walter Steinmeiers Deutschland-Plan "auf breiter Front" profitieren, unterstreicht Christ.

Aufstieg aus einfachen Verhältnissen
Geprägt ist Christ durch seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen, wie er im Interview mit der Welt (Mittwochsausgabe) erklärt. Gerne hätte er nach der Schule eine Banklehre gemacht. "Meine Zeugnisse waren gut, die Tests waren gut." Aber bei der Deutschen Bank in Mannheim hätte man ihn "vom Hof geschickt". Begründung: "Ihr sozialer Hintergrund passt nicht zu unserer Kundschaft."

Aus eigener Kraft hat sich Christ dann hochgearbeitet. 1989 durch eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei den Stadtwerken Worms. Seit 2003 als Inhaber und Chairman seines eigenen Unternehmens. Grund genug für Christ, stolz auf das Erreichte zu sein und selbstbewusst die die anstehenden Aufgaben anzupacken. Und er weiß: "Es gibt viel zu tun."