Effektive Arzneimittelversorgung kann Kosten sparen

Veröffentlicht am 29.03.2010 in Bundespolitik

Einen effektiveren und kostenbewussteren Umgang mit Arzneimitteln hat die SPD-Bundestagsfraktion in einem eigenen Antrag angemahnt. Die Arzneiausgaben der Krankenkassen sollen damit um bis zu vier Milliarden Euro pro Jahr gesenkt werden, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Karl Lauterbach.

Die Fraktion hatte bereits Vorschläge unterbreitet, wie Zusatzbeiträge und damit der Einstieg in die von der Regierungskoalition geplante unsoziale Kopfpauschale verhindert werden können. Diese werden nun ergänzt durch Vorschläge für eine effektivere Arzneimittelversorgung. Dazu hat die SPD-Bundestagsfraktion am Dienstag ein Paket aus kurz- und langfristigen Maßnahmen vorgelegt.

So sollen der Herstellerrabatt von sechs auf 16 Prozent erhöht sowie ein sofortiger Preisstopp erlassen werden. Zudem müssten Großhandelsrabatte künftig den Krankenkassen statt den Apotheken zugute kommen. Anders als Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler will die SPD bei neuen Medikamenten eine Kosten-Nutzen-Bewertung bereits zur Markteinführung. Erst wenn diese positiv ausfällt, sollen die Krankenkassen die Erstattung übernehmen.

Risiko für wirkungslose Therapien sollen Hersteller tragen

Großes Einsparpotenzial sieht die SPD auch bei besonders teuren Krebsmitteln. Deshalb will sie, dass der Hersteller - und nicht die Krankenkasse - die Kosten der Therapie bezahlen muss, sollte die Behandlung bei einem Patienten nicht anschlagen. Damit könne verhindert werden, dass die häufig extrem teuren Krebstherapien - sie kosten bis zu 100.000 Euro - auch dann eingesetzt werden, wenn die Behandlung keinen Erfolg verspricht, so Lauterbach. Derzeit werde die Verschreibung in solchen Fällen von den Herstellern durch Prämien von bis zu 5000 Euro an die Ärzte gefördert. Die Mediziner werden damit zur Teilnahme an "Anwendungsbeobachtungen" bewegt. Den Vorschlägen der SPD zufolge, würden sich künftig Hersteller und Kasse das Kostenrisiko teilen.