Deutschland ist rückständig. 4,39 Euro verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer. In fast allen Ländern der Europäischen Union ist die Lohnlücke deutlich kleiner. Führende Sozialdemokraten fordern von der Bundesregierung zum Equal Pay Day endlich entschlossenes Handeln gegen die Diskriminierung.
Nach den Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat ist der Gender Pay Gap, der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst von Frauen und Männern, nur in der Tschechischen Republik und in Österreich größer als in Deutschland. Hier liegt er seit Jahren konstant bei 23 Prozent. Im EU-Durchschnitt ist die Lohnlücke fünf Prozent kleiner. In Rumänien etwa sind es nur 9, in Slowenien 8,5 und in Italien sogar nur 4,9 Prozent.
"Warme Worte für gleichen Lohn haben wir Frauen genug gehört", kommentierte die SPD-Generalsekretärin zum Equal Pay Day die Situation. "Jetzt ist es Zeit zu Handeln!" Von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen erwartet sie einen rechtlich verbindlichen Diskriminierungscheck von Tarifverträgen. Nahles erinnerte daran, dass von der Leyens Amtsvorgänger Olaf Scholz bereits die Vorarbeiten dafür geleistet hat.
Bei der Aktion am Brandenburger Tor in Berlin (26.03.2010) machte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier zusammen mit vielen anderen SPD-Abgeordneten und ASF-Frauen am heutigen "Equal Pay Day" dafür stark, dass Frauen den gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit erhalten. Sie alle beteiligten sich am gemeinsamen Protest eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses gegen Lohnungleichheit und Diskriminierung im Arbeitsleben.
Dass freiwillige Vereinbarungen zu nichts geführt haben, betonte auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig – und verwies in dem Zusammenhang auch auf die Bedeutung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns.
Frauen müssten auch das Recht haben, bei nachgewiesener Lohndiskriminierung auf Gleichbehandlung klagen zu dürfen, forderte zudem Olaf Scholz, und die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner, sprach sich für ein Entgeltgleichheitsgesetz, für bessere Betreuungsangebote und flexible Arbeitszeit- und Ausbildungsmodelle aus.
"Die Zeit ist reif zum Handeln", betonte Ferner, "Frauen verdienen 100 Prozent"!