Unterstützung für Gauck wächst

Veröffentlicht am 20.06.2010 in Bundespolitik

Rechnerisch hat das schwarz-gelbe Lager eine klare Mehrheit in der Bundesversammlung, die am 30. Juni den neuen Bundespräsidenten wählen wird. Täglich wächst aber die Unterstützung für Joachim Gauck – parteiübergreifend. Der Kandidat ist Realist und "kann immer noch zählen", sagt Joachim Gauck. Nach vielen Gesprächen in den Landtagen mit Wahlfrauen und -männern "rechnet er aber ein bisschen fröhlicher".

Überwältigt und dankbar für die beeindruckende Unterstützung zeigt sich der überparteiliche Kandidat für die Bundespräsidenten-Wahl, Joachim Gauck, in seiner neuen Video-Botschaft. In diesen Tagen diskutiert er in den Landtagen mit vielen Wahlfrauen und –männern, die am 30. Juni das neue Staatsoberhaupt in der Bundesversammlung wählen werden.

Gleichzeitig wachsen die Zweifel an der Fähigkeit des schwarz-gelben Kandidaten, Christian Wulff, das Amt überparteilich ausüben zu können. Zuletzt hatte unter anderem auch der ehemalige CDU-Politiker Kurt Biedenkopf dies in Frage gestellt. Die Koalition vermittle den Eindruck, die Wahl des Niedersachsen sei gleichzeitig entscheidend für das Fortbestehen der Regierung. Damit sei die Würde des Amtes gefährdet, warnte Biedenkopf in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag) und im ZDF – und fordert alle Parteien dazu auf, keine Abstimmungs-Empfehlung für die Wahl in der Bundesversammlung zu formulieren.

Indes wächst die Unterstützung für Joachim Gauck, sowohl bei den Wahlfrauen und –männern als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern. Eindrucksvoll dokumentiert ist dies auf verschiedenen Internetplattformen: Seit gerade knapp zwei Wochen online bringt es die Facebook-Gruppe "Joachim Gauck als Bundespräsident" auf mittlerweile mehr als 32.000 Mitglieder, die den überparteilichen Kandidaten unterstützen. Der von Schwarz-Gelb vorgeschlagene Christian Wulff konnte bisher lediglich knapp 2.900 Unterstützer auf seiner Facebook-Seite für sich gewinnen.

Dein Gesicht für Joachim Gauck!

Auf der Seite mein-praesident.de können Bürgerinnen und Bürger ihr Foto hoch laden und sagen, warum sie Joachim Gauck unterstützen. Mit den Fotos soll ein großes Unterstützer-Mosaik erstellen werden, das dann Joachim Gauck vor der Bundesversammlung überreicht werden soll, "um ihm zu zeigen, wie viele Menschen hinter seiner Kandidatur stehen".

Filmkampagne „Bürger für Gauck“

Die Initiatoren der Homepage "Bürger für Gauck" rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, eigene Statements, warum sie Gauck favorisieren, als Video hochzuladen. Diese Statements werden nach und nach in das Filmprojekt "eingebaut". Denn: "Wir wollen deutlich machen, dass Bürger in ganz Deutschland an dieser Kampagne teilnehmen."

Vom Web auf die Straße

Inzwischen ist die Graswurzelbewegung auch vom Netz auf die Straße gewechselt. So finden in immer mehr Städten bundesweit "Wir für Gauck" -Demonstration statt. Die Initiatoren der Website demos-fuer-gauck.de wollen die "Vertreter in der Bundesversammlung ermutigen, bei ihrer Entscheidung am 30. Juni ihrem Gewissen zu vertrauen und der Bürgerdemokratie unseres Landes zu einem Sieg zu verhelfen.", Denn das Signal, "das von einem solchen Votum ausginge, ließe uns alle zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Dafür wollen wir auf die Straße gehen und demonstrieren: friedlich, heiter, bundesweit."

Kulturszene unterstützt Joachim Gauck

Auch außerhalb des Internets wächst die Unterstützung für die Kandidatur von Joachim Gauck. So haben viele Persönlichkeiten aus dem kulturellen Leben einen Aufruf zu Gunsten von Joachim Gauck als parteilosen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten unterschrieben. Zu den Unterzeichnenden gehören zum Beispiel: F. C. Delius, Daniel Kehlmann, Necla Kelek, Monika Maron oder auch Herbert Grönemeyer. Sie alle sind der Überzeugung, "dass Joachim Gauck der zukünftige Bundespräsident werden sollte. Joachim Gauck bringt alle Voraussetzungen für dieses Amt mit. Die Wahl von Joachim Gauck wäre eine historisch richtige Entscheidung von großem gesellschaftspolitischen Wert."

Bürgerrechtler für Joachim Gauck

In einem weiteren Aufruf machen sich DDR-Bürgerrechtlicher, Schriftsteller und Historiker für die Kandidatur Joachim Gaucks stark. In ihrem Aufruf heißt es: "Keiner verkörpert den Geist der Freiheit mehr als Joachim Gauck. Er ist Versöhner, Einheitsstifter und Mahner." Gauck sei ein "überzeugter Demokrat, der nicht im Verdacht steht, sich politisch instrumentalisieren zu lassen". Der Aufruf wurde von 76 Erstunterzeichnern unterschrieben, darunter Schriftsteller Uwe Tellkamp und Liedermacher Stephan Krawczyk.

Mit Spannung erwartet wird jetzt auch die öffentliche Grundsatzrede Joachim Gaucks am 22. Juni im Deutschen Theater zum Thema "Freiheit – Verantwortung – Gemeinsinn". Organisiert haben die Veranstaltung verschiedene Unterstützerinitiativen.