Zehntausend Menschen aus der ganzen Bundesrepublik haben sich am Samstag in Berlin zu einer Großdemonstration versammelt. Unter dem Motto "Mal Richtig Abschalten" forderten die Demonstranten die Stilllegung aller Atomkraftwerke und die Schließung der Endlager. Denn: Atomkraft ist nicht billig, nicht umweltfreundlich und vor allem nicht sicher.
Die Demonstranten waren laut den Organisatoren aus über 100 Städten nach Berlin gereist. Es seien allein drei Sonderzüge unterwegs gewesen. Aus Gorleben im Wendland waren in der vergangenen Woche rund 350 Traktoren nach Berlin gestartet.
Gründe dafür, dass Atomkraft keine Zukunft haben darf, gibt es genug. Eine aktuelle Studie stellt nun die ernsten Gesundheitsrisiken heraus, die von Kernkraftwerken ausgehen. Besonders für Kinder unter fünf Jahren sei das Risiko, an Leukämie zu erkranken, um 19 Prozent erhöht, wenn sie in der Nähe eines Atomkraftwerks leben, so die Studie des Arztes und Epidemiologen Eberhard Greiser.
Auch die vermeintliche Kosteneffizienz der Atomkraft ist nicht haltbar, wie eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Untersuchung belegt. So sei die Atomenergie seit den fünfziger Jahren in Deutschland mit rund 165 Milliarden aus staatlichen Hilfen gefördert worden. In den nächsten Jahren kämen noch einmal 92,5 Milliarden Euro hinzu.
Zugleich sinkt die Zustimmung zur Atomkraft in der Bevölkerung immer weiter. Fast zwei Drittel der Bundesbürger wollen eine Fortführung des von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs, so eine repräsentative Meinungsumfrage von TNS-Emnid. 59 Prozent der Befragten lehnen demnach eine in Aussicht gestellte Laufzeitverlängerung alter Atomkraftwerke ab.
Für die SPD gilt: Der Ausstieg aus Hochrisikotechnologie Atomkraft bleibt richtig und wichtig.