30 Jahre Nord-Süd-Bericht

Veröffentlicht am 15.02.2010 in Bundespolitik

Vor genau 30 Jahren, am 12. Februar 1980, legte Willy Brandt als Leiter der Nord-Süd-Kommission den Vereinten Nationen den Bericht "Das Überleben sichern" vor. Erstaunlich aktuell sind auch heute noch die Schlussfolgerungen der als Nord-Süd-Bericht oder "Brandt-Report" bekannten Studie. Unter anderem geht es darin um die Forderung nach einer neuen Weltwirtschaftsordnung.

977 folgte Brandt der Bitte des Präsidenten der Weltbank, Robert McNamara, den Vorsitz einer "Unabhängigen Kommission für Internationale Entwicklungsfragen" ("Nord-Süd-Kommission") zu übernehmen. Für die Mitarbeit in der Nord-Süd-Kommission konnte der Sozialdemokrat namhafte Politiker und Experten aus verschiedenen Entwicklungs- und Industrieländern gewinnen. Über zwei Jahre nahmen die Beratungen in Anspruch. Am 12. Februar 1980 schließlich legte die Kommission in New York dem Generalsekretär der Vereinten Nationen den "Nord-Süd-Bericht" vor. Der vollständige Titel: "Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie -und Entwicklungsländer". Die Studie wurde allgemein unter dem Namen "Brandt-Report" bekannt und erregte weltweit große Aufmerksamkeit. Die Studie fordert eine Integration der unterprivilegierten Länder des Südens in die Weltwirtschaft und verlangt von den Industrienationen, die Entwicklungsländer zu unterstützen. Zentrale Bedeutung schreibt der Bericht außerdem einer neuen Weltwirtschaftsordnung zu, die ein sowohl für Entwicklungs- als auch für Industrieländer verträgliches Weltwirtschaftssystem darstellen soll. Ebenfalls wird ein Zusammenhang von Aufrüstung und Armut in Ländern der Dritten Welt aufgezeigt. Willy Brandts Vorschläge zur Lösung der globalen Herausforderungen sind noch heute hochaktuell. Unter anderem wird in dem Bericht gefordert:
  • die staatlichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen,
  • neue Finanzierungsquellen für die Entwicklungszusammenarbeit zu erschließen,
  • alternative Energiequellen finden, um vom Öl wegzukommen,
  • die Mitbestimmung in den Entscheidungsgremien der internationalen Finanz- und Währungspolitik zugunsten der Entwicklungsländer zu verändern.
30 Jahre nach Erscheinen des Brandt-Reports sind auch heute noch viele Forderungen aktuell. Die SPD macht sich für die formulierten Ziele stark – im Hamburger Grundsatzprogramm unter anderem für die Globalisierung politischer Entscheidungsstrukturen.
 
 

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