Kurzarbeit wirkt

Veröffentlicht am 03.09.2009 in Bundespolitik

Kurzarbeit erweist sich nach wie vor als entscheidendes Instrument zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit in der Krise. Die schnellen und konsequenten Vereinfachungen der Kurzarbeit, die Olaf Scholz durchgesetzt hat, zahlen sich damit aus. Die Zahl der Erwerbslosen ist von Juli auf August nur leicht gestiegen.

Damit seien die Auswirkungen des Abschwungs bisher "moderat", erklärte Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit. 3,472 Millionen Menschen sind derzeit arbeitslos. Das sind 9000 mehr als im Vormonat. Saisonbereinigt ist die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt von Juli auf August um tausend Erwerbslose zurückgegangen und blieb damit sogar hinter den Erwartungen von Experten.

"Vor allem Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt", erklärte Weise. Sie gibt Unternehmen die Möglichkeit, ihre Beschäftigten bei Auftragsrückgängen zu qualifizieren statt zu entlassen. Für die gekürzten Stunden erhalten die Beschäftigten 60 bis 67 Prozent des Lohnausfalls von der Bundesanstalt für Arbeit erstattet.

Auch Scholz zeigte sich überzeugt, dass die Kurzarbeit "viele hunderttausend Arbeitsplätze gerettet" habe. "Einige denken über weniger Kündigungsschutz, Sozialkürzungen und erhöhten Druck auf Arbeitsuchende nach", so Scholz. "Mein Weg ist das nicht. Das schafft nur Unsicherheit - und damit das Gegenteil dessen, was wir brauchen."

Mehr Chancen für die Jüngeren
Der Arbeitsminister sprach sich neben dem Instrument der Kurzarbeit für eine weiter verbesserte Arbeitsvermittlung und für "mehr Chancen für die Jüngeren, die eine Ausbildung oder einen Einstieg ins Berufsleben suchen" aus. Scholz verwies auf das von ihm vorgeschlagene Modell, die Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit für fünf Jahre zu verlängern, wenn der Betrieb einen Ausbildungsabsolventen übernimmt oder einen Auszubildenden neu einstellt. Das sei gerade jetzt in der Krise die richtige sozialstaatliche Antwort zum richtigen Zeitpunkt. "Viele Ältere werden sonst in die Arbeitslosigkeit gedrängt - und viele Jüngere finden keinen Anschluss nach der Ausbildung oder noch nicht einmal einen Ausbildungsplatz."